Montag, 30. November 2009

gestern war ein beschi**ener 1. advent

ja, so schnell kanns gehen. ein doofer erster advent. warum? weil ich es hasse, meinem kind grenzen aufzuzwängen, ich hasse es, konsequent sein zu müssen...

aufräumen ist hier das thema. wenigstens einmal in der woche möchte ich doch bitte eine aufgeräumte wohnung haben. somit war ich gestern mit wohnzimmer und küche aufräumen dran, das minimonster sollte sein zimmer aufräumen. eigentlich gilt die regel, dass wenn man was neues spielen will, das zuerst benutzte wegräumen muss. gleiches prinzip wie im kindergarten.. tja, eigentlich... minimonster schafft das selten, mama ist zu strukturlos, als es in der woche durchzuhalten. bzw, ich renn halt nicht alle fünf sekunden ins kinderzimmer, wenn kind dort spielt um zu gucken, ob er auch alles wieder wegräumt, was er rausgezerrt hat. abends bleibt es meist liegen, weil ich dann einfach zu fertig bin und so weiter...

nun war gestern also grosskampftag und wir wollten eigentlich noch wildschweine füttern gehen. um 11 uhr fing ich an und sagte: wenn der grosse zeiger auf der 12 und der kleine auf der 3 ist müssen wir fertig sein mit aufräumen, sonst wird das nichts mehr mit den schweinen. ich gab alles, habe geräumt, gemacht, getan. war im keller, habe noch weihnachtskram aus der hintersten ecke gezerrt, wollte ja schliesslich noch schmücken, und habe immerwieder das minimonster angestubbst, dass er weiter aufräumen muss. das kind war pelzig. wir waren NICHT bei den schweinen.
die nächste deadline legte ich dann auf 17 uhr spätnachmittag, alles was dann noch auf dem boden liegt an spielkram kommt in den müllsack und hat eine woche pause. besagter müllsack wandert dann in den keller und wird erst nächsten sonntag wieder raufgeholt.

was soll ich sagen?!? das kind war frustriert, bockig, pelzig... wollte partout nicht aufräumen, es ging alles im schneckentempo, um viertel vor fünf bin ich ihm dann zu hilfe gekommen, habe nochmal deutlich gesagt, dass in ner viertel stunde hier der hammer fällt und dann heulte kind nur noch, hat geschrien, dass er nie wieder glücklich wird und er doch aber auch sein zimmer weihnachtlich geschmückt haben will...
er wird bald fünf, ich finde es nicht zu früh, wann soll er denn sonst lernen, dass man sich um sein zeug kümmern muss?!

besagter müllsack ist sehr voll geworden, aber ich konnte nun auch endlich mal wieder durchsaugen. ich habe das weinende monster getröstet, habe nochmal deutlich besprochen, dass es konsequenzen gibt, wenn er sich nicht an die regeln hält und dass er nächste woche wieder eine chance hat, es besser zu machen. in dieser woche kann er sich ja an die regel halten: ERST das alte wegräumen, bevor NEUES kommt. dann klappt das schon!

wir haben dann gemeinsam ein paar sterne aufgehängt in seinem zimmer und einen schönen leuchtestern hat er in aussicht gestellt bekommen, wenn er denn nächsten sonntag ein toll aufgeräumtes zimmer hat. ohne theater!!!

eigentlich eine runde sache, trotzdem fühle ich mich, wie die schlechteste mutter auf erden. ich habe keine strukturen bekommen, keine grenzen. ich habe in einem dreckzimmer gelebt, wo man knietief in zeug stand, wenn man es betreten hat. es war kein müll, aber halt spielsachen die überall verteilt waren. mit mir hat niemand aufgeräumt. und ich musste selber auch nie aufräumen. wie bringe ich also meinem kind bei, dass man aufräumen muss, dass man dies so oder so macht, dass man einfach am besten mit einer sache anfängt und wenn man ein aufgeräumtes zimmer hat, dass es dann viel weniger arbeit ist ordnung zu halten?!?!

ich habe die verzweiflung meines sohnes deutlich gesehen und gespürt, das kleine kind in mir hat mitgeweint und ich bin noch immer traurig darüber, dass das gestern so doof gelaufen ist. ist es der richtige weg? sollte ich mit ihm zusammen aufräumen? wobei dies dann meist so ausfällt, dass er sitzt und in der nase popelt und ich aufräume. DAS finde ich dann auch nicht ok.

nachdenkliche grüsse




Kommentare:

  1. Aufräumen. Das leidige Thema. Meine Große (12) räumt und räumt und räumt und trotzdem sieht's auuuuus *augenroll* Der Kleine (6) braucht immer noch Anleitung. Ich setze mich dann meist dazu und dirigiere. Ich ahne, dass es so laufen wird wie bei mir selbst... die eigene Wohnung wird ordentlich sein ;)

    LG vom Schäfchen

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  2. Ich kenne diese Situation und es geht bei uns auch oft gegen den Baum. Aber ich weiß, aus meinen Erfahrungen als Mutter und Erzieherin, es gibt entwicklungspsychologische Gründe, die das allein aufräumen in diesem Alter eigentlich unmöglich machen (das war tatsächlich ein AHA!-Moment in meinem Studium, weil ich da gerade ähnliche Kämpfe mit meiner Großen hatte): Kinder in diesem Alter brauchen Hilfe und Anleitung beim Aufräumen. Vor allem, wenn es sehr viel ist, was rumliegt. sie schaffen das einfach noch nicht allein zu überblicken und sind dann schnell frustriert, geben auf und stellen sich dann quer. Bei uns hilft tatsächlich: Mitmachen, fragen, wo gewissen Dinge hingeräumt werden sollen, mit anpacken, aber eben nicht allein machen. Und, so schwer es fällt, abends möglichst "das gröbste" wegräumen lassen. Aber diese Konsequenz habe ich auch nicht immer...
    LG, katobia

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