Sonntag, 2. Mai 2010

Blödes Thema

Das Thema Essen. 

Mein Herr Sohn wird langsam zum Kostverächter. Hat er als Baby alles was nicht niet- und nagelfest war in sich reingestopft oder stopfen lassen, so hat er nun nach langjähriger Kindergartenkarriere sich von seiner stänkernden Lieblingsfreundin anstecken lassen. Somit wurde mir beim letzten Elterngespräch anvertraut, dass er sehr gut isst, wenn besagte Freundin nicht da ist. Sobald aber jene welche nebstan sitzt, ist der Herr die Anpassung in Person und lamentiert fabulös mit, warum das wohl nicht schmecken könnte. Auch  bei Dingen, die er letzte Woche noch verdrückt hat.

Ich wollte das arme Kind schon zum Arzt schleppen, denn von heute auf morgen isst er Dinge nicht mehr, die er sonst gern und viel gegessen hat. Denn, mittlererweile, passiert dies auch zu Hause: Das Austesten, was man verweigern kann, was man bemäkeln darf und was dann passiert.

Lieschen erst völlig auf der Seite des Kindes: "Das Arme, was mach ich nur, ohne Abendbrot ins Bett geht ja nicht. Aber warum isst er es denn nicht mehr, habe ich falsch gekocht, schmeckt es anders als sonst? Ja, die Konsistenz ist anders, das muss es sein. Das nächste Mal muss ich besser kochen."
Nun etwas ratlos und gar nicht mehr so der Meinung, dass ich da was falsch mache. Aber doch sehr verunsichert, inwieweit ich mein Kind "zum Essen zwingen" (alleine bei den Worten würgt es mich innerlich) kann, soll, muss, will.

Heute haben wir anderes Essen verweigert. Zum ersten Mal bekam er kein Alternativessen, weil ihm das Übliche nicht mehr schmeckte. Er musste es probieren, hat dann auch 4 Löffel voll gegessen und dann war er der Meinung, er will das nicht.

Und jetzt ihr: Wie macht ihr das mit dem Essen und dem verweigernden Kind? Mit nur 4 Löffel voll ins Bett? Alternativessen?
 

Kommentare:

  1. schwierig. die kunst besteht darin, denke ich, herauszufinden "schmeckt es wirklich nicht?" oder "er testet mich jetzt und will plötzlich dinge nicht mehr essen, die er gestern noch mochte".

    beim ersten gibt es definitiv was anderes. wenn mir die kartoffeln versalzen sind, kann ich das kind ja nicht drunter leiden lassen ;)

    beim zweiten gibt es keine alternative. zum essen zwingen gibt es bei uns nicht. aber wenn eines der kinder pklötzlich meint, er esse etwas nicht mehr (bei uns derzeit "in mode": paprika, pilze und alle arten von körnern oder nüssen) dann darf er das entweder raussuchen oder aufhören zu essen - es gibt allerdings auch nichts anderes.

    bei einem kind geht das nämlich vielleicht noch. wenn du aber bei dreien jedem nach dem mund kochen willst, wird es schwer: der eine mag keine nudeln, der zweite keinen reis und der dritte nix aus kartoffeln.

    also darf jeder einmal wünschen und den rest der woche koche ich, was MIR schmeckt. damit fahren wir hier ganz gut. mecker gibt es immer mal, aber in der regel isst jeder bis er satt ist.

    glg ela

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  2. Meine Püppilotta hat im Moment öfter den Drall, sie möchte Tütensuppe essen - wo auch immer das herkommt. Wir sagen ihr auch immer, was wir essen, aber sie möchte trotzdem die Tütensuppe.

    Es kam aber schon oft genug vor, dass sie dann auf einmal doch das essen wollte, was wir uns gekocht haben. Die ersten Male habe ich auch noch klein bei gegeben, sie bekam dann das, was für uns war und ich aß die Tütensuppe *bäh*. Mittlerweile machen wir das aber nicht mehr so. Entweder sie ist dann die Suppe, immerhin fragen wir sie auch oft genug, ob sie wirklich die Tütensuppe will, oder ... (das was wir eben essen wollen). Und wenn sie dann partout nicht mehr die Tütensuppe will, geht sie eben auch mal ohne Abendbrot ins Bett - sie wird es überleben. ;o)

    Ich hoffe Dir etwas weiter geholfen zu haben.

    Ganz liebe Grüße zum Sonntagabend,
    Annika

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  3. Das Problem habe ich auch - meist leider am Abend. Alternativ-Essen gibt es bei uns nicht, ich mache eine größere Auswahl;
    Gurke, Brötchen, Butter, Kräuterbutter, Möhren, Käse, Salami, Ei...irgendwas isst sie dann schon, wenn auch nicht viel.
    Aber ich nehme an, es dreht sich um warmes Essen ?
    Wenn er es vorher gegessen hat, ist es sicher eine Marotte - also würde ich keine Alternative anbieten. Ein Apfel etc. vielleicht ?

    Kinder sind aber auch schwerer als das Abitur...;o)))

    Deine Schmedderling

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  4. Schwieriges Thema. Ich H A S S E (!) am Essenmäckler. Das finde ich furchtbar. Schon immer.

    Alternativessen gibt es nicht. Ich bin ja kein Snackautomat. Und eigentlich behaupte ich mal, dass man so ziemlich alles essen kann was ich so koche... ;) Falls das mal nicht so ist, dürfen alle was alternatives verdrücken.

    Rauspulen gibt es bei uns auch nicht. Probiert wird von allem. Wenn man es dann nicht mag. Ok. Bei kompletter Kostverweigerung gibt es ein möglichst langweilig, aber essbar gestaltetes Brot. Meist mit Salami. Das ist definitiv essbar, aber kein Favorite. ;)

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass vieles urplötzlich dann doch gegessen wird, wenn Freunde schon toben können oder aber das Sandmännchen fast vorbei ist, die Zeit für die Gute-Nacht-Geschichte hops geht etc... es sei denn, das Essen wird wirklich nicht gemocht...

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  5. hier auch eigentlich immer alles gegessen, seit dem er so drei ist wurde es schwierig. einmal ändert sich ja auch der geschmacksinn und vieles was verweigert wird war früher (also so ganz früher) ja ein überlebenswichtges verhalten, das sachen die bitter sind nicht gessen werden. fällt dann plötzlich auch spinatt drunter. wobei ja sich beeinflußen lassen wieder eine andere sache ist. also ohne essen ins bett gibt es hier nicht. wenn genörgelt wird ist die regel einmal probieren, oft schmeckt es dann ansonsten gibt es die alternative stulle oder müsli. ist finde ich kein aufwand und zur not kann sich das kind da auch wochen von ernähren. ich erinnere mich da gerne an meinen cousin, der hat nix anderes als marmeladenbrot und nudeln gegessen später kam noch fleisch dazu der ist auch groß geworden.
    schöne grüße!

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  6. Ich denke, das ist ein "entwicklungstechnisches" Problem. Früher oder später ereiltes jede/n Mutter/Vater.
    Mein großer, seineszeichens zukünftiger Konfirmant, war auch der Meinung, als Kindergartenkind nur Nudeln mit Maggi essen zu müssen...Kein Bitten und Betteln,noch so große Essensauswahl konnten dies ändern.Bei einem routinemässigen Arztbesuch schilderte ich dem Kinderarzt die Situation.Sein Kommentar: Einfach essen lassen und ab und zu eine Vitaminbrausetablette von Feinkost Albrecht.Irgendwann wird im das aus dem Hals hängen.Je mehr man dran "rumdoktert" um so länger dauert die Phase.Er hatte Recht !! Das Problem löste sich von ganz allein.Mittlerweile ist er 14 Jahre und gut gewachsen.Beweisfoto´s auf meinem Blog.
    Also, mach Dir nicht allzu große Sorgen, dein Süßer holt sich schon das, was er braucht.
    LG
    Tatjana

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