Freitag, 18. Juni 2010

Job = frustrierte Hausfrau?

Ich kann und will das nicht.
Aber ich kann und will auch nicht nur irgendeinen Blödsinn machen, nur damit ich arbeiten gehe. Ich möchte etwas, was mir Spass macht. Ich möchte erfüllt sein von meinem Job, wenn ich denn schon einen machen muss. Ich möchte mit Freude arbeiten gehen und gut gelaunt wieder nach Hause kommen. Ich möchte mich weiterentwickeln, ich möchte etwas Spannendes machen. Ich will nicht in der Sackgasse landen und eine Fliessbandarbeit erledigen, nur weil wir Geld brauchen. Ich will nicht stumpf werden und nur arbeiten gehen, weil mans ja muss.

Ich wünsche mir Unterstützung von meinem Herrn Mann, ich wünsche mir, dass es einen Platz für mich gibt, an dem ich auch mal hoffnungslos sein kann und er dafür Hoffnung teilt. Dass ich meinem Frust mal einen Platz geben darf, ohne dass er sich gleich angegriffen fühlt und wegrennt und erst spät nachts wieder nach Hause kommt.

Ich darf nie hoffnungslos sein, ich darf nicht frustriert sein, ich darf nicht anklagen, dass ich mir mehr Unterstützung schon länger wünsche, ich darf nicht in der Sackgasse festgefahren sein, denn mir wird kein Navi zur Seite gestellt, was mich wieder rausmanövriert.

Ich muss nur funktionieren und alles alleine machen. Ich brauche nicht auf Hilfe zu hoffen. Ich finde das ganz schön traurig!

Kommentare:

  1. Liebes Lieschen,

    das mit dem Job kenne ich nur zu gut. Seit ein paar Tagen steht mir das ALG nicht mehr zu. Vom ALG2 wollen wir aber auch nicht leben. Kann man da überhaupt noch von Leben sprechen? Mein Mann geht ja arbeiten und fürs Amt verdient er natürlich zu viel. Für uns aber nicht. Es ist zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel...

    Aber ich möchte auch nicht irgendeinen Job machen. Ich möchte einen Job machen, der mir Spaß macht. Im Moment denke ich aber, dass das für mich nur ein Wunschdenken ist. Bin ich doch immer darum bemüht, dass meine Familie glücklich ist. Wenn wir aber nun wegen mir weniger Geld haben, dann werde ich ja wohl oder übel egal welchen Job machen müssen. Oder?

    Und wieder ist dann der Punkt wo ich mir denke: Warum? Wieso? Und überhaupt, was hat das alles mit Leben zu tun? Was ist das für ein Leben, wo man wirklich nur zum Überleben arbeiten gehen MUSS?

    Leider kann ich Dir auch nicht weiter helfen, obwohl ich wollte! Das tut mir leid!

    Ich grüße Dich ganz lieb.

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  2. Liebes Lieschen,

    ich überlege gerade auch was ich wie warum machen möchte. Und ich möchte auch etwas machen, dass mir Spaß macht und vor allem einen Sinn hat. Ich grübel dann mal weiter. Bis mir etwas einfällt arbeite ich aber einfach weiter meinen bisherigen Job. Das ist genau betrachtet ein ziemlicher Luxus. Mein eigentliches Problem ist, dass ich etwas machen will, dass mir trotzdem genug Zeit für meine Kinder lässt. Weil mir kein Geld und kein Job der Welt die Zeit zurück gibt. Und nur "viiiel Geld" allein schafft für mich jedenfalls keinen angemessenen Ausgleich, so dass es mein schlechtes Gewissen beruhigt, mich zufriedenstellt... bis mir das bewusst geworden ist, hat es auch ein paar Tage gedauert. *lach


    Wenn man nie ein Tief haben darf, dann ist das nicht gesund und funktioniert auf lange Sicht nicht. Ich drücke Euch die Daumen, dass Du es schaffst ihm verständlich zu machen, dass es nicht um Angriff geht, sondern darum, dass Du nicht immer ein konstanter Fels sein kannst und Dir wünscht, dass er auch zumindest ein Teilzeitfels wird. ;)

    Wir sind uns hier zumindest einig, dass es uns nicht darum geht das maximal mögliche Familieneinkommen zu haben. Also nicht zu arbeiten um Geld zu haben, sondern zu arbeiten um leben zu können... wir finden, dass es ein entscheidender Unterschied ist. Und wir hoffen, dass wir unseren Weg dahin finden. Aber wer weiß das heut zu Tage schon. :-/

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  3. Ich habe über eine Wiedereingliederungsmassnahme vom Arbeitsamt zufällig einen tollen Job ergattert: Er macht Spaß ist interessant und ich gehe mittags gut gelaunt und ausgeruht nach Hause! Hast Du Dich schon über solche Massnahmen erkundigt?

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  4. Die meiste Zeit macht mir meine Arbeit in der Bibliothek schon Freude, aber es gibt natürlich durchaus Tage, wo ich denke, ich würde lieber daheim bleiben. Jeder Beruf hat wohl ab und an solche Zeiten, glaube ich. Nur daheim bleiben möchte ich aber auch nicht, das habe ich "genossen", als die Kinder klein waren, und es hat mir überhaupt nicht zugesagt, weil ich Hausarbeit doch auf die Dauer ziemlich frustrierend finde. Ich habe am Ende nur noch darauf gelauert, dass mein Gatterich abends heim kam, und ich mal was anderes hörte als die ganze Zeit eiteitei und addaadda von den Kleinen. Ich habe mich damals ziemlich isoliert gefühlt und auch recht unfähig, weil mein Haushalt nie so aussah wie die Wohnungen in den Zeitschriften. Na ja, die Zeiten sind vorbei! Halt die Ohren steif! Irgendwann ergibt sich was, du wirst schon sehen!
    Grüßle
    die Rabenfrau

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