Montag, 14. Juni 2010

Schreiend...

... und schweissnass aufzuwachen, ist nicht schön.

Hierbei noch den festen Griff um die Gurgel zu spüren, noch schlimmer. Die Augen weit aufgerissen, die eigene Hand wandert zum Hals um zu überprüfen, dass hier keine Fremde mehr ist, die die Atemluft nimmt. Erst jetzt einatmen, weil man es kann und darf, langsam, ängstlich, schmerzhaft.

Die Erinnerung an diesen Traum, der einst Wirklichkeit war, wie ein Schlag ins Gesicht. Eine Kindheitserinnerung, die so wehtut, dass ich mich erstmal umschauen muss, damit ich weiss, ich bin hier zu Hause, nicht mehr im Elternhaus. Ich bin sicher!
Die Worte: "Ich kann über dein Leben entscheiden, ich muss nur HIER fester drücken als jetzt und du stirbst!" hallen noch immer in meinem Kopf, der Druck an der Kehle wird fast wieder real. Das Gefühl, wie mir damals schwummerig wurde, weil ich keine Luft mehr bekam, wie ich innerlich gebettelt habe, dass er mich leben lässt.

Ich war erst 4 oder 5 Jahre alt. Ich habe ihm alles geglaubt. Und ich wusste, wenn ich etwas sage, dann muss ich sterben.

Kommentare:

  1. Liebes Frl. Müller, ich kann die Gefühle nicht in Worte fassen, die mich beim Lesen überrollen. Aber ich wollte nicht einfach kommentarlos weiterziehen. Dazu ist das, was Sie erlebt haben einfach zu schrecklich. Auch ich habe sehr viel Gewalt in meiner Kindheit erfahren und stell mich daher mal neben Sie, unterstützend, solidarisch.
    Ich bin sehr froh, dass Sie es geschafft haben zu überleben!

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  2. wow...ich bin geplättet...da fehlen mir die Worte...
    Fühlen Sie sich gedrückt, Frl. Müller!
    Und Pepper - Du auch!

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