Donnerstag, 22. Juli 2010

Es gibt so Dinge, die man echt nicht braucht

Frau braucht die übrigens auch nicht.

Wenn der Herr Sohn operiert wird, sollte man keine Aufträge annehmen. Egal welcher Natur. Wenn man dann auch noch den einen Auftrag der Freundin aufs Auge drückt, weil man selber das niemals nie so schön könnte und man ja auch gar keine Zeit hat, weil das eigene Kind ja operiert wird und dann auch noch der zweite Auftrag der gleichen Dame da ist, dann... verliert man schonmal den Faden auf was frau eigentlich hinaus will. *kopfkratz*

Auf jeden Fall wollte ich den Auftrag bei der Freundin abholen, das Kind hatte keine Lust schnell zur Haustüre mit vorzuspringen und blieb im Auto. Und nun kommt der schlimmste Moment im Leben einer Mutter, sogar noch vor dem Satz: "Mama, ich werde heiraten!" 

DAS KIND IST WEG!

Strasse rauf, Strasse runter, kein Kind. Auf mein Rufen, nichts. Die Musik ist immernoch an im Wagen, sein Sitz allerdings leer. Stockschwere Not.
Ein Mann kam dann auf mich zu und fragte mich, ob ich so einen kleinen Jungen suchen würde. Der habe so furchtbar dolle geschrien und geweint und er sei in diese Richtung gegangen. Zeigt mir die Richtung und geht wieder. Ich hetze in die Richtung, denke nur an das schreiende, weinende kleine Kind, welches ich einfach alleine gelassen habe. Weil ich zu faul war, ihn zu tragen. Meine Aufsichtspflicht habe ich verletzt, und bei der Hitze lässt man sowieso keine Kinder alleine im Auto.
Aber zum Glück gibt es ja Mütter. Denn eine andere hatte ihn schon unter die Fittiche genommen und beruhigt, hat mit ihm schon die andere Häuserreihe durchgeklingelt um mich zu finden. Gott, was war ich ihr dankbar! Ihr Sohn fragte dann gleich, wo ich denn nun gewesen bin. Er war nicht viel älter als mein Kleiner.

So, diesen Schock gerade noch am Verdauen, kommt Ding Nummer zwei, das man echt nicht braucht. 

Frau geht die Treppe im eigenen Haus hoch, passt besonders auf das Kleine auf, weil man es ja eben fast verloren hätte und kommt zu einem Treppenabsatz. Dort steht Frau Nachbarin und bückt sich von einem weg, will wahrscheinlich aus ihrer Tasche den Schlüssel rauskramen. Frau Nachbarin trägt kürzeres Flatterhemdchen und Leggins, ist ja heiss hier. So streckt sie uns den Allerwertesten nun denn entgegen und nun dürfen alle wegklicken, die schwache Nerven haben, oder nicht wissen wollen, was das Alter mit einem machen kann:

Ein riesen Schwall spritzt uns entgegen und läuft ihr die Beine hinunter.

Mein Tag ist gelaufen. Entschuldige Frau Nachbarin, aber das war für meinen Magen einfach zuviel heute. Es gibt so Dinge, die will man einfach nicht im Vorfeld wissen. Die Arme kann da ja auch nichts dafür, sie hat viele Kinder, die alle schon erwachsen sind und Enkel hat sie auch. Sicherlich ist das im Alter einfach so, wenns blöd läuft. *seufz*

Kommentare:

  1. Boah! Das mit dem Kind...das Gefühl kenne ich. Bei mir wars im Geschäft, eben noch neben mir, plötzlich weg! Diese Panik kann man einfach nicht beschreiben!

    An solchen Tagen hilft oft nur....schnell ins Bett und morgen auf ein Besseres-Neues!

    Drück dich! Dani

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  2. Hmpfglmpf... Mir iss der Mund ganz trocken. Denn der stand während des Lesens offen. So weit, dass man mein Herz hat schlagen hören *kawumm.kawumm* Und es bollert immer noch, die Augen sind feucht. Zum ersten vor Schreck über den verlorenen Sohn - meine Güte, was fühle ich dir nach, was fühle ich mit dir, liebste Herzensschwester. Mein Kleiner hatte zu Kindergartenzeiten auch die Gewohnheit, ständig mal auf Weltenbummler zu machen. Dass solche Ausflüge Muttern um eine nicht unerhebliche Anzahl an Jahren vorzeitig altern lässt, lässt sie in ihrem jugendlichen Leichtsinn oftmals kalt.

    Aber mal zur werten Frau Nachbarin... öh... Schwall? Nicht, was ich jetzt denke, oder? Nicht doch soooo schlimm, oder? Brrrrrrr... mir graust's und gruselt's bei dem Gedanken....

    Nu' iss aber herrlich Freifreifreitag, mein Lieblingslieschen, ein neuer Tag mit der Chance, der beste deines Lebens zu werden *zweckoptimistisch*

    Fühl' dich herzegedrückt, übern Koppe gestreichelt und Schokokaffee unters Näschen gehalten. Alles wird gut, alles wird besser. Neuer Tag, neues Glück!

    Deine Mama Monstaaa

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