Montag, 15. März 2010

Aufmerksamkeiten

Eine Welle schwappt durch Klein Bloggersdorf. Eine Welle, der Aufruhr, des Rumgezickes, der üblen Nachrede und alle machen mit.

Negativaufmerksamkeit ist das!

Warum machen alle mit, frage ich mich. Wieso ist es soviel leichter Kommentare zu bekommen, wenn man was "Schlimmes", etwas "Schlechtes", von "Leid" oder "Ungerechtigkeiten" schreibt? Was hat die Menschheit dazu bewogen, sich auf das Negative im Leben zu konzentrieren? Wieso kann man am Glück eines anderen nicht genauso teilhaben, wie an seinem Leid?

Wenn durch so ein Verhalten weiterhin das Negativaufmerksamkeitsgefüge gestützt wird, dann finde ich das einfach nur schade. Vor allem, wie sollen die Menschen lernen Gutes und Schönes zutun, wenn sie dafür KEINE (oder nur sehr wenig) Aufmerksamkeit bekommen?

In der Erziehung meines Sohnes ist es doch das Gleiche. Mein Kleiner macht nur wirklich Schlimmes, wenn ich ihm nicht genügend POSITIVaufmerksamkeit schenke. Wenn er das Gefühl hat, er fällt hinten runter und es ist nicht genug Platz für ihn. Dann fängt er an zu kämpfen und auf sich aufmerksam zu machen. Wenn ich mir aber wirklich Mühe gebe und selber genügend Raum habe, den ich ihm auch geben kann, ihn immer wieder in positiven Dingen zu stärken und zu unterstützen, dann haben wir ein recht gutes Leben zusammen. Aber kein Mensch ist eine Maschine und ich bin sicherlich weit entfernt von dieser Weitsicht, dass ich es immer sehe und hinbekomme, ihm genügend Raum zu schaffen. Denn auch ich will ja nicht hinten überfallen! ;) Es ist eine Gratwanderung, die gegangen werden will.


Wieviele Mütter gehen in das Kinderzimmer ihrer Kinder um sie zu loben, dass sie gerade toll alleine spielen und sich wunderbar beschäftigen? Wieviele Mütter bedanken sich bei ihren Kindern, dass sie aufgeräumt haben? Oder wieviele Mütter beziehen ihre Kinder mit ein, sei es beim Kochen, beim Einkaufen, beim Anziehsachen aussuchen? Welche Mutter lobt ihr eigenes Kind für eine Medikamenteneinnahme, wenn das Kind vorher ein riesen Theater veranstaltet hat mit um sich schlagen und schreien und dagegen wehren? Die meisten bekommen doch ein: "Na, geht doch, warum nicht gleich so?" Wobei man doch auch hier das Positive sehen könnte, dass dieses Kind seine riesige innere Hürde überwunden hat und dass es im Hier und Jetzt einfach ein Lob verdient hat, denn es hat die Medizin genommen, die so wichtig ist für das Gesundwerden.

Ich möchte niemanden verurteilen. Wer sich verletzt fühlt von meinen Zeilen, möge sich melden, vielleicht kann ich es dann noch anders ausdrücken. 
Ich möchte einen Denkanstoss geben. Ich beschäftige mich selber gerade sehr mit dem Positivsehen, bin weit entfernt davon, alles richtig zu machen und in jeder Situation gleich daran zu denken. Es ist harte Arbeit.Und alles richtig machen kann niemand!

Mir ist nur ganz deutlich bewusst geworden: Wer geben kann, bekommt auch unendlich viel zurück! Und wer Positives vergibt, bekommt auch ebengleiches zurück...

Ich wünsche euch eine gute Woche, startet gut.
Euer

Kommentare:

  1. Und genau darum habe ich meinen Blog angefangen. Wenn ich mich zwinge nach den urguten Dingen zu suchen und sie aufzuschreiben bin ich immer wieder selbst überrascht wie sich ein gefühlt mieser, anstrengender Tag in meiner Wahrnehmung verschiebt!

    Und wegen Deines urguten Postings ist mir aufgefallen, dass ich auch immer mehr Dinge abseits dieses Vorhabens blogge... das werd ich jetzt wieder ändern. Es werden nur noch urgute Dinge gebloggt in meinem Therapiestündchen.

    Danke für Deinen Post.
    Wir bemühen und hier auch immer wieder oftmals als "selbstverständlich" geltende Dinge zu loben. Das ist gar nicht so einfach. Zumindest nicht beim schön alleine Spielen. Da habe ich dann nämlich immer Sorge das es mit dem Lob beendet wird. *Lach*
    Aber grundsätzlich hast Du völlig recht. Ich denke, Kinder lernen auch viiiel mehr aus positiver Bestärkung als aus negativer heraus. Wenn man aber erst einmal im Schimpfsog feststeckt, dann ist es gar nicht so einfach da wieder herauszufinden...

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  2. liebes lieschen,

    ich finde es ganz wunderbar was du geschrieben hast. ich empfinde mutter sein auch als gradwanderung zwischen "wo bleib ich als mutter" und meinem kind alles geben was möglich ist. in zeiten in denen ich viel mit mir zu tun habe oder sehr gestresst bin, ist es oft so das das kind auch schlecht drauf ist, das macht mir immer bewußt wie sehr man es in der hand hat was für eine stimmung zu hause herrscht. und ja dinge verändern sich wenn man sie positiv betrachtet und liebe, loben, erklären, sich auch als großer entschuldigen können, die kleinen dinge sehen und nicht übersehen finde ich wichtig. und selbst wenn wir mal alles falsch machen als mutter, solange man es sieht und merkt ist es doch einfach nur menschlich.

    liebste grüße!!!

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  3. Ich hab zwar von der Welle nix mitbekommen... aber du hast völlig Recht.

    Wenn ich mich selbst betrachte... mir machen (alle möglichen) Dinge gleich mehr Spaß, wenn ich dafür positives Feedback bekomme. Ich muss leider gestehen, dass mir das als Mutter oft nicht gelingt - das ist ganz tagesformabhängig und die ist in letzter Zeit eher mies. Aber ich arbeite daran!

    Nachdenkliche Grüße
    Melly

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  4. Du hast recht und ich finde, dass Du mit dem Aufschreiben des "Positivsehen"-Vorhabens doch schon recht weit gekommen bist!
    Es ist manchmal schwierig, auch das Positive zu sehen und dann noch davon zu schreiben ist noch schwieriger, denn das Negative beschäftigt uns ja gemeinhin viel mehr als das Positive und fließt daher eher in die Tasten.
    Aber genau das war mein Grund, meinen Blog zu starten: Heiterkeit, Esprit und Lebensfreude zu zeigen. Und das geht aber auch nur dann, wenn es dafür einen "dunkleren" Hintergrund gibt, denn sonst hielten mich die Leute ja für bekloppt ;-)
    Alles hat seinen Platz, man muss nur darauf achten, dass beides gleichberechtigt bleibt.

    Macht das Sinn?
    Es grüßt
    die Cati

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  5. Das hast du toll gesagt, besser hätte man es nicht formulieren können.
    statt sich im negativen zu verlieren, sollte man seine kraft viel lieber für die schönen dinge nutzen, gönnen können und den rücksichtsvollen umgang miteinander pflegen.
    auch und gerade im bezug auf die kinder (oh gott, manchmal bin ich auch weit davon entfernt, aber solange man darüber reflektiert und sich gedanken macht, ist hoffentlich noch nicht hopfen und malz verloren ;))

    ganz liebe grüße und vielen dank für deine lieben worte tzum waschmittel-debakel,
    ela

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