Montag, 17. Januar 2011

Entscheidung, und zwar meine

Es ist meine Entscheidung, ob ich den Kopf in den Sand stecke, oder lieber nicht. Es ist meine Entscheidung, ob ich nun schon wieder in den riesigen See des Selbstmitleides springen will und erneut meinen Freischwimmer darin machen möchte, oder eben nicht.

Und soll ich euch was sagen? Ich bin es leid. Ich habe es viel zu weit gebracht, als dass ich mir selber so wenig wert wäre. Ja, du hast recht, MaraFiMo. Danke für den virtuellen Tritt in den Allerwertesten. Ein Jahr habe ich gekämpft für meinen eigenen Blickwinkel und meinen eigenen Weg. Hart gekämpft, viel ertragen, damit die Erkenntnis mich irgendwann gepackt hatte. Warum sollte ich mir das selber wieder alles kaputt machen, nur weil der Mann des Herzens immernoch so ist, wie immer! Warum bin ich bloss wieder auf dieses schmale Brett gekommen, ich könnte/müsste ihn ändern, damit es mir besser geht?! *Kopf schüttel*
Entschuldigt, dass ich mich wieder auf das alte Muster begeben habe. Ein wenig schäme ich mich dabei, aber ich gestehe es mir selber ein und ich habe es reflektiert.
Es hilft mir NULL KOMMA GARNICHTS, wenn ich jammer und mit den Füssen strampel und beweine, wie schlecht es mir doch geht und dass der Herr Mann ja sooooosoooooooooooooooooooo doof ist, denn das ist er wohl schon immer gewesen und ich liebe ihn ja trotzdem. Oder wahrscheinlich gerade deswegen. 

Und wer nun denkt, dass ich mir selber einen in die Tasche lüge, wenn ich mich nicht runterziehen lasse und leide, dem kann ich nur sagen: Es ist eine Entscheidung, die jeder selber für sich treffen muss. Will ich im Dreck liegen bleiben und mich selber immer wieder mit Staub bedecken und Staub aufwirbeln, oder stehe ich wieder auf und klopfe den Dreck ab und gehe weiter? *zwinkert zu Sudda*
Jeder, wirklich JEDER hat sein Paket zu tragen. Aber auch jeder kann wählen, wie er es tragen will: Umständlich vor sich hinkickend, wie einen riesigen Stein, der Tonnen zu wiegen scheint und man immer nur kurze Wegstrecken zurücklegen kann, weil einem sonst das Bein abfällt. Oder man sucht sich ein kleines Wägelchen, mit leichtlaufenden Reifen und wuchtet unter grösster Anstrengung den riesen Stein hinein und kann dann aber wesentlich schneller voran, muss aber dennoch Pausen einhalten, damit man nicht kaputt geht. Die Balance finden, zwischen Pause und ziehen. Und wenn man Glück hat, kommt einem der Weg entgegen, weil er gar so holperig ist und wenn man mit ordentlich Kraft durch die Schlaglöcher zieht, dann bricht von dem tonnenschweren Stein im Wägelchen vielleicht etwas ab und es bleibt auf dem Weg liegen, den man beschreitet....

Nun bin ich sehr philosophisch geworden, wollte ich eigentlich gar nicht. Aber ich bin mit dem Wissen aufgewachsen, dass ich nicht älter als 18 Jahre werde, weil ich sicherlich vorher sterbe, durch eine andere Hand ausgelöscht werde. Und was ist?
Hier stehe ich nun, bin 31 Jahre alt und immernoch am Leben. Verdammt nochmal, ich will an das Gute glauben, dass es einen Sinn hatte, warum ich das alles überlebt habe.

Erkenntnis des Tages: Aufstehen, Staub abklopfen, weitergehen! Der Mann braucht halt noch ein wenig länger, ich kann es nicht ändern!

Kommentare:

  1. Klasse Post!

    Und so soll es sein. Such den Wagen mit den leichtlaufenden Rädern. Das wird!

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  2. Das klingt toll, wirklich. Tschakka.
    Ich habe mich gestern auch frei geschlafen.
    Neue Kraft, neues Glück.

    Wir sind super, finde ich. Klasse Frauen. Yeaaaahhhh.

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  3. *hach mach*
    schon viiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiel besser!*eifrig mit dem Kopf nick* ;)

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  4. Gratuliere, genialer Post und tolle Einstellung.

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  5. Uff, wenn man deinen Blog liest, dann ist man versucht feuchte Augen zu bekommen. Ich denke an meine Zeit in der ersten Ehe zurück, Sudda weiß was ich meine... Stell dir doch einfach mal die Frage, die ich mir damals gestellt habe: Willst du mit diesem Mann alt werden? Für mich war dann alles sowas von klar, auf ewigwährende Kämpfe hatte ich absolut keine Lust und Geld machte mich auch nicht glücklich.

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  6. Beantwortest du deine Frage mit ja, dann ist er dein bester Ansprechpartner ;o)
    Liebe Grüße
    Schweinchen Schlau

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  7. So viel Schwung hast du deinem Wägelein gegeben, dass es vor meinem Augen richtig holterdiepolter über Stock und auch-die-großen-Männer-Steine springt!
    Wir Frauen, wir können soviel tragen, ziehen, schieben! All die Kraft da in dir, richte sie weiter nach vorne, auf das Gute, dass auch für dich blüht! *oderso* ;-)
    lG Betsy

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  8. Im Buch Momo ist ein wundervolles Gespräch mit dem Straßenfeger. Wenn man die Straße fegen will und dabei die ganze Straße ansieht, kommt sie einem so unglaublich lang vor, das man garnicht erst anfangen will. Doch wenn man Stück für Stück, immer ein wenig fegt, ist man irgendwann ... fertig. Stück für Stück, Stück für Stück, Stück für ...

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