Freitag, 21. Januar 2011

Nach dem Sturm ist vor dem Sturm

Oder vor dem Sturm ist nach dem Sturm...

Ich habe gerade selber vor mir Angst. Ich brauche soviel Energie, mich zusammenzuhalten.

Ein Bild, dass mir seit kurzem so deutlich ist und in mir klingt:

Ich bin mit einem sehr zusammengeflickten Herzen zu meinem Herrn Mann gezogen. Ich habe ihm mein mit Tesafilm und Sekundenkleber zusammengetackertes Herz in die Hand gedrückt, freudestrahlend, habe es ihm geschenkt. Es ging ziemlich lange gut, dann kam er irgendwann und sagt: "Schau mal, da ist eine Ecke rausgebrochen!" Ich habe das Herz wieder an mich genommen und habe die Ecke wieder mit Kleber rangeklebt. Es brauchte nur kurz, da war der Kleber getrocknet und ich bin wieder freudestrahlend zu ihm gehüpft und habe gesagt: "Da! Es gehört dir!" Er nahm es, steckte es locker in die Tasche und es hielt wieder.
Dann erneut, es war gebrochen, mittendurch. Er hielt es mir vor die Nase und ich nahm es behutsam. Brauchte diesmal Schrauben, damit die zwei grossen Teile wieder zusammenhielten. Habe ein wenig basteln müssen, damit es nicht zu instabil ist und habe es ihm wieder mit ausgestreckten Armen und einem Lächeln im Gesicht und strahlenden Augen präsentiert. "Da. Es gehört dir!" Er nahm es wieder an sich, doch hat er genausowenig wie die Male davor auf das Herz geachtet.
Dies passierte noch ein paar Mal, immer mal wieder.

Nun stand er vor mir, scharrte mit der Fußspitze im Dreck, den Blick gesenkt. Das was er mir wiedergegeben hat, war nur noch eine handvoll Pulver. "Da. Kaputt!" war das Einzige, was er zu mir sagte.

Was mache ich nun mit diesem Haufen Pulver? Und vor allem, sollte ich ihm das Herz, wenn ich es denn wieder geflickt habe, anvertrauen?!

Kommentare:

  1. Das Herz ist ein Phoenix, es kann aus der Asche komplett neu erstehen und zwar strahlender als zuvor. Glaube es einer Frau, die es schon erlebt hat. Ich wünsche Dir alle Kraft der Welt und drück dich einfach unbekannterweise mal!! Liebe Grüße Schweinchen Schlau

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  2. Wundervoll umschrieben. Eine Lösung habe ich leider nicht. Denk´ an Dich !

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  3. Das ist eine Frage, die nur Du beantworten kannst.
    Ich stelle aber mal folgende These auf:

    Wenn ich jemandem etwas wertvolles leihe, ihm es ein bisschen kaputt geht und es im aufrichtig leid tut, geht er doch beim nächsten Mal besser damit um und nicht schlechter. . .
    Kann man jemandem immer wieder diese Kostbarkeit anvertrauen, in dem Wissen was geschieht, ohne das einem das Entliehne selbst an Kostbarkeit verliert?

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  4. Liebes Lieschen, es tut mir leid für dich, aber eine Lösung habe ich auch nicht außer, dass du in dich horchen und wohl abwarten musst, was passiert.
    MaraFiMos Einwand finde ich berechtigt!!!
    Liebe Grüße & 1000 gute Gedanken,
    SOLEILrouge :-)

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  5. Hm.. schwierig so zu sagen. Möchte er es denn anvertraut haben? wieso geht er denn so sorglos damit um? dass es schon vorher so zerbrechlich war, dafür kann er natürlich nichts. Jedenfalls tut es mir leid, dass du Kummer hast und ich drück dich mal. Und ich hoffe, es heilt schnell, für wen entscheidest du :).

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  6. Du schreibst "Was mache ich nun mit diesem Haufen Pulver? Und vor allem, sollte ich ihm das Herz, wenn ich es denn wieder geflickt habe, anvertrauen?!"

    Möchtest du das denn?
    Möchtest du das wirklich?

    Oder ist dein Pulverherz es nicht wert, es dieses Mal für dich zu behalten und zu (be)schützen?

    Ich hoffe, du findest einen Weg für dich. Aber ich würde ihm mein Herz nie wieder anvertrauen.

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  7. Traurig. Weiß er denn, wie sehr er dich verletzt? Ich kann dich gut verstehen wie schwierig es ist, über die eigenen Gefühle zu sprechen, wenn man um Worte ringt, mit sich selbst den härtesten Kampf zu führen hat. Ist es das wert? Das kannst nur du beantworten ...

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